Webseite von PD Dr. Wolfgang Schindler

Proseminar /fo.no.lo.ʼgi:/ und <Graphematik>, Wintersemester 2016/17, Do. 14 - 16, K001, Amalienstr. 52

Die Schwerpunkte dieses PS sind: Lautschrift (IPA), Standardlautung, phonologische Merkmale, phonologische Prozesse und Regeln (Assimilation, Epenthese etc.), Silbenstruktur, Silbifizierung, Sonoritätshierarchie, Akzentvergabe, Pedifizierung, Optimalitätstheorie sowie das an die Phonologie anschließbare (phonographische, silbische und morphologische) Schreiben.

Übungen im PS sind vorgesehen! Wir werden meinem Handout folgen (s. unten). Bitte stets mitlesen und nach-denken, was wir in der Sitzung besprochen haben!

>>> Die begleitende Lektüre von Eisenberg (2013), s. 3) Literatur, ist (auch zur Klausurvorbereitung) empfohlen! Sie können auch andere Begleitliteratur wählen (s. Punkt 3). <<<

 

1  Aktuelles

- 08.02. Wenn Klausurergebnisse bekannt (LSF!), erhalten Sie auf Anfrage bis ca. Mitte März (dann Urlaub) Sprechstundentermine wegen Klausureinsicht!

- 26.1. Übungen (im PS heute ausgeteilt): die Lösungsskizze  

- 16.1. Die semantische Gliederung ist amtlich Straßenverkehr(s) + Ordnung, vgl. die Schreibung Straßenverkehrs-Ordnung auf der offiziellen Webseite des zuständigen Bundesministeriums:  

            https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LA/strassenverkehrs-ordnung.html. Der gedruckte Duden (Deutsches Universalwörterbuch, 6. Aufl. 2007, sub verbo) gibt die Hauptbetonung auf der wortinitialen Silbe Stra an!

            Das ist kompatibel mit der Tatsache dass hier A, aber nicht B (Ordnung) verzweigt. Eine Akzentuierung auf kehrs  wäre nur gedeckt, wenn B verzweigte, es also Straßen-Verkehrsordnung hieße!

- 13.1. Plan für das Restsemester:

            - 19.1. Grundzüge der Graphematik, sofern an Phonologisches anschließbar

            - 26.1. Frage- und Übungssitzung

            - 2.2. Abschlussklausur

- 12.1. Neueste Lösungsskizzen s. 1.12.16!

- 28.12. Zum 22.12. Die Verteilung der Betonung bei Lehnwörtern auf -ik (z. B. Sym.BO.lik vs. Ma.the.ma.TIK) wird hier erläutert: http://www.atlas-alltagssprache.de/politik/

- 22.12. Wir haben das Thema Simplexakzent besprochen. Themen am 12.1.17 werden sein: Handout Kap. 14 bis 16 (S. 30-34) und, falls wir das schaffen, Graphematik S. 35-41.

- 16.12. Die Abschlussklausur wird auf Seminarbeschluss vom 15.12.16 hin um eine Woche vorverlegt auf den 02.02.2017!

              Die Klausur findet am 2.2.17 in der Seminarsitzung statt, übliche Zeit, üblicher Ort.

- 16.12. Zu /l/ und [– kont]: Bei /l/ wird der Luftstrom in der Mitte des Mundraums durch einen zentralen oralen Verschluss (Zunge) blockiert und fließt seitlich über einen oder beide Ränder der Zunge. Entscheidend für das Merkmal [kont] ist der Verschluss des mediosagittalen Bereichs. Ob dann der Luftstrom noch seitlich fließt (oder bei den Nasalen den Nasenraum passiert oder wie bei Plosiven momentan gar nicht fließt), ist nicht ausschlaggebend. Diese Information entstammt: Hall, T. A. (2011):  Phonologie: Eine Einführung. 2., überarbeitete Aufl. Berlin; New York, Seite 109.

            Zu melk.te (*mel.kte): Der Sonoritätsverlauf ist nur dann optimal, wenn die Sonorität um wenigstens eine Stufe (Klasse) zu- oder abnimmt. Aber nicht alle Sprachen halten sich genau daran. Das Deutsche erlaubt Endränder des Typs Akt, wobei /k/ und /t/ gleiche Sonorität aufweisen (Acht und /xt/ ist dagegen problemlos). Im Anfangsrand sind Folgen gleicher Sonorität (wie /t/ + /k/) nicht möglich! Im Deutschen muss wohl bei bikonsonantischem AR der zweite Konsonant stimmhaft sein (Schwein, Qu/kv/al etc.). Folgen wie in gr. Pteranodon gibt es, aber nicht im Deutschen.  Die Sibilanten tanzen im Deutschen, wie in vielen Sprachen, aus der Reihe, also wundert uns Spiel (und auch Psalm, Psalm ist stl. Obstruent + stl. Obstruent!) nicht. Daher wird im Deutschen eine internukleare Folge [Lateral + stl. Plosiv + stl. Plosiv] zwischen den Plosiven silbifiziert (gegen das MOP, das /l.kt/ zumindest mal versucht, bis das höher gewichtete SOP einschreitet). Eigentlich müsste jetzt noch eine empirische Untersuchung (vieler Sprecher/innen) folgen, wie /VlktV/ u. ä. tatsächlich silbifiziert wird, ob das evtl. schwankt etc. (Evtl. unterstützt uns ein Beispiel wie bal.g[g]en > balg[k].te mit Auslautverhärtung, denn bei bal.gte käme es im AR (ohne Auslautverhärtung) zu *[gt] mit Verletzung der Sonoritätshierarchie und der Obstruent+Sonorant-Regel im AR!)

- 15.12. Am 22.12. wollen wir uns dem Thema Akzent befassen. Bitte bis zum Kapitel „Fuß“ im Handout lesen und die Aufgaben ansehen!

- 8.12. Lektüre zum 15.12. bleibt bis S. 28. Bitte auch die auf dem Leseweg befindlichen Aufgaben lösen!

- 8.12. Erweitere Lösungsskizzen unter 1.12.!

- 1.12. Zum 8.12. bitte lesen: Kap. 9, 10, 11, 12 (S. 24-28)!

            Bitte die Aufgaben auf S. 22, 23 (Luganda, Engl., Ung.) zu lösen versuchen!

Zu thief: Wir finden neben der Stammform, die auf [f] (!) und eben nicht auf [v] endet, sowohl den PL thieves [vz] als auch ein Verb to thiev[v]e mit der Bedeutung ‚stehlen‘. Als regulärer PL im Englischen gilt /-z/. Zudem gilt, dass sich das Suffix hinsichtlich Stimmhaftigkeit nach dem Endrand des Lexemstamms richtet. Somit sollte wie bei cat+/z/ zu cat[+s] und proof > proofs[fs] entstimmlicht werden! Wir haben einen erklärungsbedürftigen Wechsel von [f] und [v] im Stamm der etymologischen Wurzel. Da ich kein Anglist bin, kann ich das Weitere nur als Frage formulieren: Handelt es sich hier (und z. B. auch bei leaf > leaves) möglicherweise um ein paar „Ausnahmen“ oder steckt eine sprachgeschichtliche Erscheinung (ich hatte zunächst Verner’s law in Verdacht, aber erhärten konnte ich das bislang nicht)?

- 1.12. Lösungsskizze Südkongo & Griechisch (diese Version ergänze ich immer wieder um die weiteren Lösungsskizzen!)

- 24.11.  Am 1.12. besprechen wir das Kapitel „Phonologische Prozesse“ (Kap. 8).

              Handoutversion unten nun: Version 24.11.16 mit kleineren Überarbeitungen (rot)

- 17.11. Zum 24.11. bitte lösen: Aufgaben S. 15, 19 (s-Laute und Daten Südkongo, Griech.)!

             Lektüre zum 24.11.: Kap. 8 Phonologische Prozesse (19-23)

- 17.11. Lösungsskizze Aufgaben S. 12

- 10.11. Zum 17.11. bitte die Aufgabe S. 12 (Merkmale) lösen! Die Lektüre bleibt (bis S. 19)!

- 10.11. Lösungsskizzen Aufgaben S. 6, 7

- 9.11. Das „Beamer-Problem“ ist gelöst, ab 10.11. sollte einem reibungslosen Ablauf mit Laptop-Einsatz nichts mehr im Wege stehen!

- 3.11. In der letzten Sitzung endeten wir mit der Überblicksskizze auf Seite 3. Bitte bis 10.11. lesen: Handout bis S. 19 (bis zu Kap. 8)!

            Der Schwerpunkt sollte darauf liegen:

            - die Ebene Standardlautung zu kennen und die wichtigsten Standardaussprachen (Tab (5), S. 5) zu kennen

            - die Lautumschrift bzw. das IPA (deutsche Laute) zu beherrschen

            - die phonologischen Merkmale, d. h. mindestens die traditionellen Parameterwerte zu V = horizontal, vertikal, +/- rund, +/- lang/gespannt und C = +/- stimmhaft, Art Ort zu kennen

            - das deutsche Vokal- und Konsonantensystem zu kennen.

            Die Details (Einzelprobleme wie Affrikaten, Diphthonge) etc. kommen später, zunächst ist „das Systematische“ wichtig!

- 28.10. Ab 3.11. findet unser PS statt in: Amalienstr. 52 (Historicum, Eingang in der Amalienstr.), K001.

               Gehen Sie durch die Gebäudeeingangstür, Treppchen (links) rauf, durch die Tür, bisschen rechts halten, da ist gleich K001.

- 27.10. Handout „Merkmale“

- 27.10. Bitte die Übungen im Handout S. 6 bis 3.11. lösen und ins PS mitbringen!

 

       Für die Teilnehmer/innen aus dem Studiengang Sprachtherapie empfehle ich die Lektüre von Kapitel 2 (Phonetik - Phonologie - Orthographie) in: Lindner, Katrin (2014):

                Einführung in die Germanistische Linguistik. München (Dieses Buch ist in vielen Exemplaren in der Lehrbuchsammlung, Teilbibliothek 0050, zu bekommen, mit Ausleihmöglichkeit)

        Um IPA/Lautumschrift einzuüben, empfehle ich: Rues, Beate et al. (2007): Phonetische Transkription des Deutschen. Ein Arbeitsbuch. Tübingen 

 

2  Seminarablauf

Termine (15):  20.10., 27.10., 03.11., 10.11., 17.11., 24.11., 01.12., 08.12., 15.12., 22.12.16, 12.01.17, 19.01., 26.01., 02.02. Abschlussklausur, 09.02. Klausurbesprechung

PS-Anforderungen für den Leistungsnachweis: Mitmachen, mitdiskutieren, Übungsaufgaben bearbeiten und Abschlussklausur

2.1  Die Arbeitsgrundlage für dieses PS:

        PS-Handout Phonologie & Graphematik 2016   Version 21.12.2016, kleinere Änderung rot markiert

        Die begleitende Lektüre von Eisenberg (2013), siehe 3) Literatur, ist empfohlen und klausurrelevant!

2.2 Materialien

- 10.11. Das Internationale Phonetische Alphabet (IPA), Version 2015

- Optional: Meinen Vorlesungstext zur Graphematik („Schriftsystem“) finden Sie hier (klicken)!

- Eine alte Klausur als Übungsmaterial

 

3  Literatur- und Nachschlagehinweise

- Bredel, Ursula (2008): Die Interpunktion des Deutschen.

- Duden (2005): Aussprachewörterbuch. 6. Aufl. Mannheim.

- Dürscheid, Christa (2012): Einführung in die Schriftlinguistik. 4. Aufl. Göttingen

- Eisenberg, Peter (2013): Grundriss der deutschen Grammatik. Band 1: Das Wort. 4. Aufl. Stuttgart; Weimar (Kap. 2-4 und Kap. 8!)  [Mögliche Begleitlektüre und klausurrelevant]

- Fuhrhop, Nanna/Peters, Jörg (2013): Einführung in die Phonologie und Graphematik. Stuttgart; Weimar [gute Einführung, up to date, informativ, anspruchsvoll]

- Hall, T. Alan (2011): Phonologie. Eine Einführung. 2. Aufl. Berlin u. a.

- Krech, Eva-Maria et al. (2009): Deutsches Aussprachewörterbuch. Berlin

- Maas, Utz (2006): Phonologie. Einführung in die funktionale Phonetik des Deutschen. 2. Aufl. Göttingen

- Primus, Beatrice (2010): Schriftstrukturelle Grundlagen des deutschen Sprachsystems. In: Bredel, Ursula et al. (Hgg.): Schriftsystem und Schrifterwerb, Berlin, 9-45

- Rues, Beate et al. (2007): Phonetische Transkription des Deutschen. Ein Arbeitsbuch. Tübingen  [Arbeitsbuch, um sich Lautumschrift anzueignen]

- Wiese, Richard (2000): The Phonology of German. Oxford

 

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