Webseite von PD Dr. Wolfgang Schindler 

Charakterisierung meiner wissenschaftlichen Arbeit/Interessen

 

1 Thematische Interessen in Stichworten

Graphematik, Interpunktion, Orthographie, Schreibgrammatik (auch: Evolution von Schreibgrammatik), Schriftsystem

Lexikalische Semantik (Ambiguität, konnotative Bedeutung, Polysemie, semantische Relationen)

Lexikologie, Lexikographie (insbesondere: Dictionnaire Explicatif et Combinatoire u. Lexical Functions von Igor Mel' cuk und Kollegen), Lexikoneinträge

Morphologie

Phonologie, Akzentzuweisung, Silbenphonologie, phonologisches Wortdesign

Phraseologie, Phraseologizität (Irregularität) von Wortverbindungen, Beschreibung von Phraseologismen, Kollokationen

Sprachspiel, Sprachwitz, Sprachexperiment 

Syntax

Wortfelder, Wortfeldtheorie (sowie Lexikalische Felder mit Integration von Phraseologismen)

und, soweit zum Verständnis der Synchronie nützlich, natürlich auch: Sprachwandel, morphologischer Wandel etc.

 
2 Mögliche Themen für Abschlussarbeiten

Generelle Vorbemerkungen

   - Themen wie "Sprache und Emotion/Geschlecht/Medien/Politik/Werbung" betreue ich nur noch, wenn eine theoretische oder eine empirische Fragstellung bearbeitet wird oder wenn bestimmte sprachliche Phänomene in den Blick genommen werden! Ich möchte mehr über linguistische Theorie und Analyse lesen als über „das Wesen der Werbung“ etc.

Da ich eher ein Theoretiker und „Systemanalytiker“ bin: Achten Sie darauf, dass Ihr Arbeitsthema mir nicht „zu unlinguistisch“ erscheint!

   - Kontrastive Arbeiten betreue ich nur noch, wenn die Leipziger Glossierungsregeln oder Ähnliches angewendet werden!

Adjektiv oder Kopulapartikel oder was ist das? Die nicht-prototypischen Adjektive“, z. B. entzwei, extra, fit (ist prototypischer geworden, früher nur prädikativ, soweit ich weiß, nun flektiert-attributiv möglich), hammer (oder Hammer?), klasse, Münchner, quitt, super.

Adjektive und Negation (v. a. un-): krank/?unkrank, gesund/ungesund, leicht/?unleicht, schwer/unschwer (auch mit Fragezeichen, aber es gibt immerhin etwas wie wie sie unschwer feststellen können ...), Klug/unklug, dumm/?undumm etc. Was bewirkt die Einschränkungen?

Apokope des Schwa: Was für eine Art „Sprachwandel“ ist die Schwa-Apokope (ich hol(e) etc.? Er scheint nicht einmal anzufangen, um sich dann allgemein durchzusetzen, eher scheint das Phänomen „hin und her zu schwappen“? Apokopen setzten sich regional durch, die Schwas wurden bisweilen wieder „restituiert“ und wurden dann ggf. wieder getilgt. Möglich ist eine diachrone Nachzeichnung (Achtung: Dies sieht aufwändig aus) oder eine Betrachtung bestimmter, evtl. auch jüngerer standardsprachlicher Apokopierungen.

Bestie, Monster, Ungeheuer und Co.: Eine empirische Wortfeldanalyse zur Typologie bedrohlicher Wesen/Tiere. (Ein Tiger kann eine Bestie sein, aber normalerweise kein Ungeheuer; Godzilla ist ein Monster/Ungeheuer, aber ist Godzilla eine Bestie? Etc.). – Auch andere Feldanalysen würden mich interessieren!

Brust schwimmen (neben brustschwimmen), Rad fahren, Marathon laufen, Gewähr leisten etc. N-V-Gefüge mit objektartigem Nomen, Objektinkorporation oder wie auch immer. Beschreibung der Grammatik dieser Konstruktionen (die viel häufiger sind, als man denkt) und Aspekte ihrer Entwicklung (analogische Prägungen, noun stripping, …?).

Constructio ad sensum (Synesis) und syntaktische Kongruenz (Die moderne Literatur, Romane wie Dramen, hat/haben ...)

Dictionnaire explicatif et combinatoire (Igor Mel'cuk et al.): Entwurf von Lexikoneinträgen für deutsche Lexeme

Divis/Bindestrich: Welche Syntagmen (das Als-ob, das ewige Entweder-oder, das Hin und Her/*Hin-und-her, das Zu-Grunde-Richten/Zugrunderichten, das Sichanpassen/das Sich-nicht-Anpassen, ...) können bzw. müssen mittels <-> gegliedert werden?

Der Ersatzinfinitiv und die Finitum-Stellung (bei V-L) im Deutschen (weil Pia gestern jetzt lieber (in den "Atzinger") hätte (in den "Atzinger") gehen wollen etc.)

Erschreckte oder erschrak man sich? - Verben mit starken und schwachen Formen, ihre Grammatik und ihre Lesarten

Finitheit bei Verben wie bergsteigen, bauchtanzen (?bauchtanzte), ehebrechen, notlanden etc. (vgl. Freywald/Simon 2007, in: Kauffer/Métrich (Hgg.) 2007)

Implizites, Impliziertes, Implik(at)iertes, Folgerbares etc. (Folgerung, konversat. Implikatur, Präsupposition usw.) Was gibt es an Implizitem, wie ist es voneinander abzugrenzen etc.

Klasse, klasse (Der Film war klasse), klasse (eine klasse Leistung; ein klasser (!) Film), klasse- (Klasseleistung): die Entwicklung der Lexemfamilie und deren grammatische Eigenschaften. Mit Korpusanalyse(n).

Kollokationen (Musterartikel nach ECD (Igor Mel'cuk et al.), evtl. Fachkollokationen)

Konnotative Bedeutung: Was ist das? Was wird hierunter diskutiert? Was wäre eine sinnvolle Bestimmung (gegenüber denotativer Bedeutung)?

Konstruktionen und Phraseologie: Welche Bedeutung hat die Konstruktionsgrammatik (CxG) für die Phraseologie (oder umgekehrt?)? Lauert Phraseologie "überall"? Kontra Konstruktionsgrammatik? Verhältnis Projektion und Konstruktion?

Phraseoschablonen (und Konstruktionsgrammatik)

N-Plural und Metrik (Hund+e/*Eimere/RuBIne/DOKtor -> DokTOren etc.)

Routineformeln ("unendliche Weiten ..."): z. B. Klassifikationsversuche oder auch lexikographische Perspektiven; Untersuchung von Subklassen

Schreibzeichen und deren Grammatik/Stilistik (ggf. ausgewählte Schreibzeichen), zum Beispiel

     - Die Wortzeichen des Deutschen, vor allem <" ">, Divis: Theorie und (Schreib-)Praxis

     - Eingeschobenes, Eingeklammertes etc. (Gedankenstrich, Klammern)

     - Empirische Studien zur Interpunktion, evtl. auch fehlerlinguistische

Semantische Analysen im Reich des Grauens: Aufhocker, Geist, Gespenst, Nachzehrer, Untote/r, Vampir, Zombie und Co.

Sprachglossen (SZ etc.): Was beschäftigt "sprachkritische" Menschen derzeit? (Oder: Leserbriefe auswerten, die Sprachliches monieren.)

Sprachspiel/ Sprachwitz/ Sprachexperiment (sehr großes und offenes Gebiet, z. B. die sprachexperimentelle Lyrik, Sprachspiele in der Werbung, Sprachwitze etc.)

Standarddeutsche Phonologie: Fakten und Fiktionen (Beeren und Bären; warum "Könich" und nicht "Könik" etc.)

Starke Verben: Veränderungen in der jüngeren Vergangenheit (gären, gor/gärte, gegoren/gegärt; Iss! und ?Ess!; Gewunken und gewinkt ...)

Syntagmatische Bedeutungsbeziehungen - ein Systematisierungsversuch (*weißer Schimmel; *blonder Teppich; *mit dem Lippen küssen; ?in einer Spelunke speisen etc.)

System der deutschen Wortbildungssemantik (N. actionis, acti, agentis ..., ornativ, privativ, ...). Oder kein System? Teilsysteme?

Tempus: Ultraperfekt und Ultraplusquamperfekt (Ich hatte die Zeitung abbestellt gehabt, doch die hatten sie mir weitergeliefert, bis ich das reklamierte)

Umlaut bei Komparativ und Superlativ (noch doofer oder noch döfer?; mit Analyse selbst erhobener Daten)

Die deutschen Vokale im Rahmen einer generativen Beschreibung eines Prozessmodells: nur eine Reihe (Silbenschnitttheorie)? Zwei Reihen und: Länge, Gespanntheit, Zentralisiertheit – oder Faktor X und Faktor Y? Oder ganz anders?

Wortfeldtheorie, Wortfelduntersuchungen

Wortsprache und Silbensprache: Entwicklung des Deutschen und aktuelle "Tendenzen"


Inspiration kann auch das Modul "Grammatik in Fragen und Antworten" des IdS Mannheim bieten: http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/fragen.ansicht

      Vielleicht kann man ausgehend von einer beantworteten Frage zu weiteren Fragestellungen gelangen?
      Und man kann sich die noch unbeantworteten Fragen ansehen! 

Zudem kann der Duden-Band 9 (Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle) Inspiration bieten.

3 Promotion

3.1 Abgeschlossene Promotionen

- Dr. Oliver Huber (2002)
        Dissertation: Hyper-Text-Linguistik. München 2003

- Dr. Christian A. Braun (2007)
        Dissertation: Nationalsozialistischer Sprachstil. Heidelberg 2007

- Dr. Helmut Stöberl (2007)
        Dissertation: Der Zusammenhang von Sprache und Beruf im Kontext unternehmerischer Praxis. Frankfurt/M. 2007

- Dr. des. Janika Jürgens (2017): Innovationsdiskurse in der PR-Kommunikation von Automobilfirmen. (Veröffentlichung erfolgt noch!)

        Betreuung gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Szurawitzki, dem eigentlichen Erstbetreuer (offiziell Zweitbetreuung wg. externer Tätigkeit)

3.2 Dissertationen in der Abschlussphase

- Ciavarrella, Isabell (geb. Lindbüchl): Komma, comma, virgule, coma, komma. Die Prinzipien der Interpunktion und ihre Realisierung in verschiedenen europäischen Standardsprachen

        am Beispiel des Kommas (Betreuung: Prof Dr. Ulrich Detges; W. S.) 

3.3 Laufende Dissertationsprojekte (Arbeitstitel)

- Ebert, Denise: „Jugend debattiert“. Projektbezogene Sprachentwicklungsstudien

- Gerling-Chu, Mei-Chao: Sinismen im Deutschen. Eine Untersuchung der lexikalischen Entlehnungen aus dem chinesischen Sprach- und Kulturkreis

- Sanli, Serife: Der Apostroph. Nutzung des Apostrophs in Vergangenheit und Gegenwart des Deutschen. Vergleiche mit dem Englischen und Niederländischen.

- Voigtmann, Max:  BDSM - Sprachliche Untersuchung einer "Subkultur" (empirisch basierte Untersuchung v. a. zentraler Begriffe/Begriffsfelder)

4  Frühjahr 2011 bis heute: In Planung befindliche, laufende und seit abgeschlossene Abschlussarbeiten (BA, Magister, Master, Zulassungsarbeit)

Das Folgende ist keine vollständige Sachdokumentation und dient nur einer groben Orientierung. Die angegebenen Titel sind z. T. ungefähre Arbeitstitel.
Bei Arbeiten mit ähnlicher Thematik liegen unterschiedliche Herangehensweisen (z. B. eher empirisch, eher theoretisch oder unterschiedliche Theorien) vor.

Nachname     Vorname     Arbeitsfeld bzw. Arbeitstitel

Schanz            Eric            Personalpronomina              

Lüdeke            Jan              Phraseologismen in der Eishockey-Live-Berichterstattung beim Hörfunk
Schäfer            Fabian         Affixlose Transpositionen      
Beer                 Tanja            Die Grammatik des Kommas
Froning            Markus        Sprachveränderung bei Max Frisch  (Vergleich Früh-/Spätwerk)
Mayr                Anja            Rundfunk-Nachrichten (textling. Untersuchung)        

Scheuerer        Eva             Wortspiel                              
Schönfels        Lisa             Gattungs- und Eigennamen                                        
Kohler             Karoline        -heit, -keit, -igkeit                          
Rixen             Natalie          Französische Lehnwörter               
Bless             Marion         Analogie in der Morphologie             
Küblbeck        Florian         Fuge & Fugenelement                    
Felser            Anna-Maria     Sprichwortabwandlung (Internet)          
Narmandakh     Enkhmaa      Nominalphrase Deutsch-Mongolisch        
Lindbüchl        Isabell           Komma (Orthographie)               
Wagner            Birgit          Morphemdifferenzierende Schreibungen   
Klee                 Susanne       Höflichkeit und Unhöflichkeit im Wandel mit Schwerpunkt auf neuen Medien
Heuring            Christine      Gallizismen in der deutschen Modesprache
Tallafuss         Felix            Die Textsorte "Todesanzeige"
Morgenstern    Lukas        Inflektive *....*                                    
Simmann        Eva-Maria    Routineformeln und formelhafte Texte       
Seimen             Heike         Konversion in der Jugendsprache
Meißner           Anna           Bedeutungsentwicklung bei Phraseologismen
Wilcke             Nicola        Gender, Sprache, Politk                         
Aschenbrenner    Johannes    Konfixe                                         
Ziegenhain   Anna-Rosina     Das System der deutschen Wortbildung und seine Übertragbarkeit auf das Lateinische
Chang            Chien-Yu       Adjektiv und Deklination                 
Simmann        Eva-Maria    Routineformeln und formelhafte Texte   
Schmidt        Lucia               Geschlechtstypisches Gesprächsverhalten (anhand der Fernsehdiskussion "Anne Will")         
Reichhart        Bettina          Verbale Pseudokomposita
Türmer             Katharina       Das wo-Relativum
Kühner              Danny         Singulariatantum                          
Ebert            Christian         Konfixe                                      
Schuster        Sophie             AcI Deutsch - Latein
Zoerner            Anja               Werbewirksame Vokabeln
Moritz            Barbara            Kollokationen
Breyl            Michael             Zwillingsformeln
Fredl        Christian              Zwillings- und Drillingsformeln
Ebert                Denise         „Jugend debattiert“ – Fertigteile 
Gehlen            Jakob            Vom Konfix zum Wort       (ausgezeichnet mit dem Preis für herausragende Staatsexamensarbeiten des MZL)
Graf            Andreas        Fremdsuffixe                               
Guyton       Natascha       Verbvalenz Grundschule                   
Ebert            Denise        „Jugend debattiert“ – Fertigteile            
Mende         Sophie         Neologismen Werbung                       
Ulbrich            Eva             Sprachkritik  in den Medien
Wolf             Nadja              Fugenelemente
Gack            Sabine             Rückwärts gebildete Verben
Gvritishvili      Eka               Zusammenrückungen
Kim             Minjoo              Kurzwortbildung
Kolpakova     Tatjana          Bedeutungswandel
Pflüger            Philipp          Idiome in der Werbung (Remotivation)
Roustaei         Ali                 „Es“
Eberhardt     Maximilian     Ellipsen
Nguyen Bao     Kim             Sprachliche Eigenschaften der Verwaltungssprache
Dyballa            Sophie         Sprachkritik

Decker            Matthias      Schwankungen in der Verbflexion

Zhang              Jie                Zweitspracherwerb Deutsch (Chinesisch Muttersprache)

Biberger, Lisa                         Digital Signage                                 

Launhardt, Larissa                  Konnotationen

Wang, Chang                          Parenthesen

Wessing, Maximilian             Die Sprache der deutschen Boulevardpresse

Brockmann, Kathi                  Apostroph                                                                 

Westermaier  Simone            Theoretische Ansätze Diskursverarbeitung

Meier, Magdalena J.             Verständlichkeit und Wirksamkeit kundenorientierter Sprache    

Neo, Huimin Denise               Funktionsverbgefüge                                                                                   

Conzen, Ann-Kathrin              Phraseologismen und Sprachspiel                                       

Hagmaier, Alfred                   Konstruktionsgrammatik                                                                             

Rodler, Elena                         Adjektivdeklination                                                                          

Petras,  Justine                       Spaltsätze  (Deutsch, Französisch)

Barthel, Fabian                      Onomatopoetika                                                                  

Haller, Karoline                      Phraseologismen Werbeanzeigen                           

Nüchter, Marion                    Gruselgestalten und lexikalische Semantik             

Unger, Jana                            Marc-Uwe Kling, Linguistische Mittel & Komik

Wanderer, Jennifer                Bindestriche in BILD der Frau                                  

Gelmashina, Maria                Syntagmatische Bedeutungsbeziehungen               

Fleischmann, Florian              Konfixe im Rahmen der Prototypentheorie

Baumann, Tobias                   Empirische Untersuchungen zur Kommasetzung im Deutschen                                        

Matthes, Andrea                    Sprachspiel in deutschen Hiphop-Texten

Liebig, Jakob M.                     Präfixoide. Selbstständige Lexeme in Unterkategorien bereits vorhandener Wortklassen                                      

Nezeris, Alexander                 Die Satzschlusszeichen im Deutschen                                                                                 

 

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