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ES Einführung in die Germanistische Linguistik (Kurs C), Winter 2017/18, 4-stündig: Montag 14 – 18; Kaulbachstr. 37, Hörsaal/Raum 023

 

Das Ungeheuer von Loch Ness                               Im Gips erst war dem Melker klar,

ist wieder da,                                                                         dass diese Kuh ein Boulevard.

Los Angeles!                                                                                                                                 (Günter Nehm)

       (Günter Nehm)                                                                                                          

            … und? Wie ist Ihre Auflösung? Wie funktionieren die Nehm-Texte sprachlich? Ich werde Sie in der ersten Sitzung fragen!


0 Aktuelles

- (8.1.) Material zur Morphologie, das wir heute besprochen haben

- (8.1.) Zu anerkennen: Wörterbücher geben ich erkenne an und ich anerkenne an, wobei anerkenne (nicht getrennt) als „seltener“ (DUDEN online) bzw. vor allem „juristischen und theologischen Texten“ zugeschrieben wird oder „schweizerischem und österreichischen Sprachgebrauch“ (Duden Band 9, Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle, 8. Aufl. 2016). Somit scheint der getrennte Gebrauch (ich erkenne etwas an) der unmarkierte zu sein. DWDS online schreibt zur Etymologie: anerkennen Vb. ‘(rechtskräftig) bestätigen, würdigen, gelten lassen’; ursprünglich ein Wort der Rechtssprache, im 16. Jh. vermutlich nach lat. agnōscere gebildet, das ebenfalls im juristischen Sinne verwendet wird. Vielleicht hat die fachsprachliche Abkunft damit zu tun, dass sowohl Trennbarkeit (das müsste bei Partikelverben der Normallfall sein) als auch Untrennbarkeit (quasi als „Spezialität“ der Juristen, die auch Versicherungsteuer anstelle Versicherungssteuer schreiben) vorkommen.

- WICHTIG: Alle Programmstudenten – und gegebenenfalls auch andere Studiengänge, in denen Sie sich nicht über das LSF für die Modulprüfung anmelden können! – möchten sich bitte ab sofort (= 01.01.18) in der ersten oder zweiten Sitzung im Januar handschriftlich oder per Mail bei mir für die Klausur anmelden! Anmeldeschluss ist der 15.01.18, 17:30! Da eine LSF-Anmeldung in diesen Fällen nicht möglich ist, machen wir das auf altmodische Weise, aber es ist unbedingt nötig, dass wir Ihre Anmeldung erfassen!

- (19.12.) Zu unserer Sitzung Pragmatik vom 18.12. finden Sie die Grundlagen unten in meinen „Notizen“.

- (11.12.) - Progressive form: Welche engl. Verben nehmen daran teil? Können count verbs (perfektive Verben) daran teilnehmen? In the train is arriving in two hours ist es so (ankommen ist inhomogen etc.), aber häufiger geben die Lehrbücher imperfektive (homogene etc.) Verben (mass verbs) an wie in she is walking, the cat is sleeping, he was cleaning the windows etc. Also sind es nicht ausschließlich count verbs. Bisweilen heißt es, dass dynamische Verben mit der progressive form gehen, stative (wie to smell, to weigh, to love, to need) aber nicht. Ob stativ aber etwas wie Zustandsverb meint oder etwas, das ähnlich oder anders ist, zur Klärung dieser Frage bräuchte ich anglistische Profikompetenz. – Im Deutschen werden als Ausdrucksmöglichkeiten für den progressiven Aspekt meist die Konstruktionen

      (1) Ich bin am Überlegen/ Ich bin beim Überlegen/ Ich bin dabei, zu überlegen […]

genannt, wobei die Konstruktion mit am als häufigste gilt, die auch mit den meisten Verben kombiniert werden kann (vgl. das Wasser ist am/*beim Kochen). Deren Registerstatus (Standard? Regional? Umgangssprache?) wird diskutiert, vermehrt mit Hinweisen auf eine zunehmende Usualisierung auch im Standard (Ich bin noch am Überlegen […] – wie markiert ist das für Sie?). Als voll standardsprachlich gilt der am-Progressiv allerdings nicht, denn z. B. die Duden-Grammatik (9. Aufl. 2016: S. 435) schreibt, die Konstruktion sei „[…] in der gesprochenen Sprache weiter verbreitet als in der Standardschriftsprache […]“.

Literaturtipp: Krause, Olaf: Progressiv-Konstruktionen im Deutschen im Vergleich mit dem Niederländischen, Englischen und Italienischen.

                                               Online: https://www.dvrw.uni-hannover.de/fileadmin/deutsches_seminar/publikationen/HAL/hal-2.pdf

- Gerundium: Im Lat. ein Verbalsubstantiv, z. B. tempus epistul-am (brief-AKK.SG) scribe-nd-i (schreib-GER-GEN.SG(nom.)) ‚die Zeit des („Schreibens-einen-Brief“) Einen-Brief-Schreibens‘, stilistisch besser: ‚die Zeit, um einen Brief zu schreiben‘. Ohne Kongruenzerscheinung.

- Gerundiv(um): passivisches Verbaladjektiv, das ‚Notwendigkeit‘ ausdrückt, z. B. libr-i (buch-NOM.PL) lege-nd-i (les-GER-NOM.PL(adj.)) sunt ‚die Bücher sind zu lesende‘, besser: ‚die Bücher müssen gelesen werden‘. Hier Kongruenz zwischen libri und legendi.

- (8.12.) Weitere Übungen zu Themen der linguistischen Semantik

               Skizze zur Aufgabe Semantik II

- (5.12.) Zu teuer/billig (VL Semantik I, Folie 29): Satz (2) vermittelt den (falschen) Eindruck, als läge eine gleichwertige Opposition vor: Zwiebeln sind dann besonders billig/teuer; Dabei wird hier mit billig das markierte Adjektiv des privativ-oppositiven Paares gebraucht (= markiert). In (1) zeigt sich die Markiertheit der Opposition: Teuer ist unmarkiert und vertritt in dieser Konstruktion (in diesem Gebrauch) beide Adjektive und hier zeigt sich die Neutralisation der Opposition (teuer vertritt beide). Dagegen fällt (3) ?Wie billig ist dieses Buch auf, da in einem unmarkierten Kontext (im dem teuer zu erwarten ist) das markierte Oppositionselement (vgl. Wie groß/?klein bist du denn?) verwendet wird. Also: unmarkiert = Verwendung des unmarkierten Elements in neutralisierenden Kontexten; markiert = Verwendung des markierten Elements, wo beide möglich sind; doppelt markiert = Verwendung des markierten Elements in unmarkierten Kontexten.

- (28.11.) Die Übungen vom 27.11.

- (22.11.) Zum Programm der nächsten Sitzungen siehe unten 2 Zeitplan. Bringen Sie bitte stets Ihre Lösungen zu den entsprechenden Übungen mit!

- (20.11.) Heute Fragen zu Phonologie I und Übungsblatt zu Phonologie II

- (7.11.) Am 13.11. besprechen wir Ihre Lösungen zu dem ausführlichen Übungsblatt zu Phonologie I (im LSF unter der Vorlesung).

- (7.11.) Übersicht (am 6.11. besprochen): Grobklassifikation deutscher Sprachlaute

- (30.10) Semiotik besprochen (v. a. Zeichen, Ikon etc., semiot. Dreieck, Intension/Extension, Referent/Referenz). Aufgaben aus den ES-Notizen (ganz unten) zur Semiotik teilweise besprochen, Aufgaben angesehen, Aufgaben 1, 2 bitte bis 6.11. ansehen. Aufgabe aus VL-Präsentation Prof. Leiss auch am 6.11.

- (24.10.) Gestern haben wir uns u. a. mit Betrachtungen zu den Günter-Nehm-Texten (oben), zum Stand der deutschen Sprache unter den Weltsprachen, zu natürlichen und künstlichen Sprachen und am Ende zur Grammatik der Worttrennung am Zeilenende aufgewärmt. Für Interessierte habe ich den Worttrennungsteil aus meiner Schriftsystemvorlesung (ganz auf meiner Hauptseminarseite einzusehen) herauskopiert: Worttrennung am Zeilenende.

- (23.10, 13.30) RAUMÄNDERUNG: Ab heute, 23.10. in der Kaulbachstr. 37, Raum 023! (Da bleiben wir auch.)

- Denken Sie bitte daran, die zum Vorlesungstermin im LSF hochgeladenen Übungsblätter bis zu unserer darauffolgenden Montagssitzung zu bearbeiten!

- Tragen Sie sich bitte auch in unserer ersten Sitzung in meine handschriftliche Teilnehmerliste ein!

   Vermerken Sie dort deutlich Ihren Status als Programmstudent, als TU-München-Student (BA BB) oder als Student von SLK oder WiPäd oder als Hauptfachstudent (BA, Lehramt)!

 

 

1  Allgemeines und Grundsätzliches

Das Basismodul Germanistische Linguistik wird in folgendem Format durchgeführt: Es ist sechsstündig und besteht aus zwei Semesterwochenstunden Vorlesung und vier SWS Einführungsseminar! Der Prüfungsstoff wird in der Vorlesung vermittelt. Das ES dient vor allem der vertiefenden Besprechung und Einübung des in der Vorlesung vermittelten Stoffes! Die Übungsaufgaben für unsere ES-Sitzungen finden Sie im LSF unter der Vorlesung zum Download.

Der gesamte Lehrstoff wird in einer Zentralklausur abgeprüft!

Besuchen Sie regelmäßig die mit diesem ES obligatorisch verbundene Vorlesung! Die Vorlesung gibt den „Stoff“ vor!

Bitte beachten Sie die Hinweise zum Basismodul, zur VL und zum ES im LSF (Vorlesungsverzeichnis)!


2  Zeitplan

I           23.10.              Sprache und deutsche Sprache unter verschiedenen Perspektiven                

II          30.10.              Semiotik                   

III         06.11.              Reste Semiotik (Aufgaben); Vorbereitung auf die linguistischen Ebenen, insbesondere Phonetik & Phonologie & Graphematik (v. a. Lautschrift, dt. Lautsystem)

IV        13.11.              Phonetik & Phonologie I

V         20.11.              Phonetik & Phonologie II

VI        27.11.              Phonetik & Phonologie III

VII       04.12.              Semantik I

VIII      11.12.              Semantik II

IX         18.12.              Grundlagen zur VL Pragmatik I & II (20.12.)

Jahreswende 2017/2018

X          08.01.              Übungsblatt Pragmatik I & II; Morphologie: Grundlagen wie morphologische Kategorien und Mittel

XI         15.01.              Morphologie I: Übungsblatt zur VL, Fragen und Übungen

XII        22.01.              Morphologie II

XIII       29.01.              Syntax I

XIV      05.02.              Syntax II

WICHTIG: Zentrale Abschlussklausur: Der aktuelle Termin wurde in der ersten Vorlesung am 18.10. bekanntgegeben und ist im LSF nachzusehen!

3  Unterrichtsergänzende Materialien

    -  Ebenen der Sprache – Zentrale Teildisziplinen der Linguistik

    -  Liste: Laute und Beispielwörter

    -  Das Internationale Phonetische Alphabet (IPA), Version 2015

4  Tipps

- Empfehlung: Bitte beachten Sie auch unser Tutorienangebot zum Basismodul im LSF! Besuchen Sie ein Tutorium zum weiteren Üben und um weitere Fragen zu stellen!       

-  Für LehramtsstudentInnen:
              Ist der Beruf des Lehrers für mich der richtige Beruf? Ein Service des Münchner Zentrums für Lehrerbildung (MZL):
              Klicken Sie hier zur
Selbsterkundung zum Lehrerberuf mit Filmimpulsen (SeLF) und MZL-Infoportal zum Lehramtsstudium
             
WICHTIG: Lehramtsstudenten sollten sich bei der Wahl der weiteren Lehrveranstaltungen in Ihrem Studium an den Anforderungen im schriftlichen Staatsexamen orientieren! Aus Erfahrung empfehle ich Ihnen dringend,

                    dass Sie die Bereiche Syntax und Sprachgeschichte unbedingt und dann wahlweise weitere Bereiche wie Morphologie vertiefen (z. B. durch PS, VL)!

            Die Staatsexamensklausuren der letzten Termine finden Sie hier:

            http://www.germanistik.uni-muenchen.de/studium_lehre/studiengaenge/lehramt/index.html unter dem Punkt 5. bzw. 6. Erstes Staatsexamen!

- Genereller Tipp für Basisliteratur (oft in vielen Exemplaren dort verfügbar und für Studenten ausleihbar!):

      Zentrale Lehrbuchsammlung (Lehrwerke, Einführungswerke in vielen Exemplaren! Ausleihbar!)

- Für alle, die Beratung bei der Abfassung schriftlicher wissenschaftlicher (Haus-)Arbeiten (nicht nur in Linguistik) benötigen, empfehle ich das Schreibzentrum der Fakultät:

       http://www.sprach-und-literaturwissenschaften.uni-muenchen.de/studium/schreibzentrum/index.html

5  Optionales

     - W. Schindler. Notizen zum ES  Aktualisierte Version 16.12.17    Für Interessierte! Kein Handout, keine offizielle kursbegleitende Lektüre!

     - Grobklassifikation deutscher Sprachlaute

     - Fehler und Nonsense

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